Atlas der klinischen Hämatologie by Professor Dr. med. Helmut Löffler, Professor Dr. med. Johann

By Professor Dr. med. Helmut Löffler, Professor Dr. med. Johann Rastetter, Professor Dr. med. T. Haferlach (auth.)

Während im Vorwort zur 1. Auflage des von L. Heilmeyer und H. Begemann begründeten "Atlas der klinischen Hämatologie" noch bedauert wurde, dass "die diagnostischen Fortschritte der Ausstrichzytologie bisher nur in bescheidenem Umfang Eingang in die ärztliche Praxis gefunden haben", haben sich knapp 50 Jahre später durch große Fortschritte auf den Gebieten der Immunologie, Genetik und Molekularbiologie zahlreiche neue diagnostische Möglichkeiten in der klinischen Hämatologie eröffnet. Trotz der heute verfügbaren modernen Techniken sollte jedoch die morphologische und zytochemische Beurteilung von Blut- und Knochenmarkausstrichen weiterhin am Beginn jeder hämatologischen Diagnostik stehen, um rasch eine klinische Verdachtsdiagnose zu stellen, den gezielten Einsatz zusätzlicher diagnostischer Verfahren (z.B. Immunphänotypisierung mittels multiparametrischer Durchflußzytometrie, Zyto- bzw. Molekulargenetik) zu bahnen, und unnötige, häufig kostenintensive Untersuchungen zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund sind fundierte Kenntnisse der hämatologischen Morphologie auch im Zeitalter der Molekularbiologie notwendig und Nachschlagewerke wie der jetzt in der 6. Auflage vorliegende, von H. Löffler, J. Rastetter und T. Haferlach herausgegebene Atlas der klinischen Hämatologie unverzichtbar. In dieser sorgfältig überarbeiteten und aktualisierten Auflage wird die 2001 von der international health and wellbeing association (WHO) publizierte Klassifikation von Tumoren der hämatopoetischen und lymphatischen Gewebe berücksichtigt. Darüber hinaus wurden bei Leukämien und malignen Lymphomen typische morphologische Merkmale der Tumorzellen durch die Darstellung charakteristischer struktureller Chromosomenanomalien anhand des Karyotyps bzw. Befunden der "Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung" (FISH) ergänzt. Dieses Nebeneinander morphologischer und genetischer Befunde ist für klinisch tätige Hämatologen sehr einprägsam und wird auch der purpose der WHO-Klassifikation gerecht, anhand von Morphologie, Immunphänotyp, Genetik und klinischen Syndromen Krankheitsentitäten zu definieren. Die 6. Auflage enthält quickly forty neue Abbildungen mit sehr schönen Bildern zu seltenen, morphologisch nicht leicht zu diagnostizierenden Neoplasien, wie z. B. das intravaskuläre, großzellige B-Zell-Lymphom oder das von gd-Zellen ausgehende T-Zell-Lymphom in der Leber und Milz, aber auch zu wichtigen Blutbildbefunden, wie z. B. der EDTA-induzierten Pseudothrombozytopenie und der quick ausschliesslich bei Frauen mit Nikotinabusus auftretenden persistierenden polyklonalen B-Lymphozytose. Auch in der 6. Auflage bildet ein umfangreicher Bildteil mit insgesamt five Kapiteln und speedy two hundred Abbildungen zu normalen Zellen der Hämatopoese sowie allen wichtigen hämatologischen Erkrankungen, aber auch zu Tumoraspiraten bei Knochenmarkbefall und Blutparasiten, den Schwerpunkt des Atlas. Die Abbildungen illustrieren sehr anschaulich zytologische Präparate, häufig ergänzt durch zytochemische und immunzytologische Färbungen, histologische Schnitte, elektronenmikroskopische Befunde und genetische Aberrationen. Neben dem Bildteil enthält der Atlas einen kleineren methodischen Teil mit zwei Kapiteln zur Punktionstechnik, Zellpräparation und lichtmikroskopischen Verfahren. Die sehr übersichtliche Gliederung des Atlas in einen methodischen Teil und einen Bildteil sowie die neu vorgenommene Nummerierung der Kapitel mit römischen Ziffern auf jeder Seite erleichtert dem Leser die Orientierung und das Suchen nach speziellen Befunden im Atlas.

Für klinisch tätige Hämatologen aber auch Ärzten anderer Fachgebiete, die häufiger mit hämatologischen Problemen konfrontiert werden, sowie Hämatopathologen ist der Atlas sicherlich weiterhin ein unverzichtbares Standardwerk, das einen systematischen und umfassenden Überblick über morphologische Veränderungen aller wichtiger Erkrankungen in der Hämatologie vermittelt und eine wertvolle Hilfestellung bei der Erkennung seltener Bluterkrankungen leistet.

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3. Wassern 30 s. 2 min. 4. Gabett-Losung 5. Wassern und trocknen. b) Auramin-Farbung 1. Praparat hitzefixieren. 2. Parben mit Aurarninlosung 3 min. 3. Entfarben mit Salzsaure-Alkohol 1 min. 4. Salzsaure-Alkohol mit Wasser abspiilen. 5. Nachfarben mit EisengaUustinten1 min. losung 6. Tintenlosung mit Wasser abspulen, trocknen. c) Farbung nach Ziehl-Neelsen 1. Praparat hitzefixieren. 2. Mit 10 % Karbolfuchsinlosung bis zur Dampfbildung jmal erhitzen; farben 3 min . 3. Salzsaure -Alkohol-Bad, bis keine Farbwolken mehr abgehen (jmal erneuern).

Tranen- oder Birnenformen ("tear-drops") sieht man besonders haufig, aber nicht nur bei Osteomyelosklerose bzw. fibrose. d Mikrospharozyten, Es handelt sich dabei urn besonders kleine Erythrozyten (03 -7 urn), die aber prall mit Hamoglobin gefiillt und dicker sind als die normalen Erythrozyten, sich also der Kugelform nahern. Sie sind typisch fur den angeborenen hamolytischen lkterus (Kugelzellenanamie), kommen aber auch bei erworbenen hamolytischen Anarnien vor. e Elliptozyten (Ovalozyten). Eine konstitutionell vererbbare Formanomalie der Erythrozyten, die meist harmlos ist, aber auch mit einer Neigung zu hamolytischen Anarnien vergesellschaftet sein kann (Elliptozytenanamie).

Auch die basophilen Granulozyten (8 g) ma chen einen ahnlichen Entwicklungsgang wie die neutrophilen durch. Typisch fur sie ist die grobe basophile Granulation, die das Zytoplasma mehr oder weniger verdeckt und auch den Kern nieht freilaiit, Bei den segmentierten Basophilen ist der Kern mannigfaltig segmentiert und oft kleeblattforrnig. Die Zellen sind im allgemeinen etwas kleiner als die Neutrophilen und Eosinophilen. Sie sind bei ublicher Technik uberwiegend peroxidasenegativ. Gewebsbasophile (GewebsmastzeUen; 8 h).

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